Bestrahlungsstärke verstehen
Wer Rotlicht-Panels vergleicht, stösst schnell auf eine Angabe in mW/cm². Zwei Panels, zwei Werte – und der höhere scheint die bessere Wahl zu sein. Ob dieser Schluss zutrifft, hängt von Details ab, die meist nicht direkt neben dem Wert stehen. Diese Seite erklärt, was die Einheit misst und welche Angaben dazugehören, damit sich zwei Werte tatsächlich vergleichen lassen.
Die Bestrahlungsstärke beschreibt, wie viel Lichtleistung auf einer Fläche vor dem Panel ankommt. Sie wird in Milliwatt pro Quadratzentimeter (mW/cm²) angegeben. Dabei handelt es sich nicht um die elektrische Leistungsaufnahme des Panels, die in Watt (W) angegeben wird. Die elektrische Leistungsaufnahme zeigt, wie viel Leistung das Panel aus der Steckdose bezieht. Ein Teil davon wird in der Elektronik zu Wärme und nicht zu Licht. Ein Wert in mW/cm² beschreibt etwas anderes: wie viel Lichtleistung tatsächlich auf die bestrahlte Fläche trifft. Ein Panel mit einer höheren elektrischen Leistungsaufnahme liefert deshalb nicht automatisch mehr Licht auf diese Fläche.
Die erste Angabe, die zu diesem Wert gehört, ist der Abstand. Das Licht verteilt sich mit zunehmender Entfernung vom Panel über eine grössere Fläche. Dadurch trifft auf jeden Quadratzentimeter weniger Lichtleistung. Ein Wert bei 15 cm ist deshalb eine andere Messung als ein Wert bei 30 cm – und der Wert bei 15 cm ist häufig deutlich höher. «100 mW/cm²» allein ist nicht aussagekräftig. «100 mW/cm² bei 15 cm» ist dagegen eine Angabe, mit der sich arbeiten lässt. Wert und Abstand bilden zusammen eine Angabe; keiner der beiden ist ohne den anderen sinnvoll zu beurteilen.
Selbst zwei Werte, die im gleichen Abstand gemessen wurden, können unterschiedliche Dinge beschreiben. Bei einem Wert kann es sich um eine Messung in der Mitte der bestrahlten Fläche handeln, wo die Bestrahlungsstärke üblicherweise am höchsten ist. Der andere Wert kann ein Durchschnitt über eine grössere Fläche sein, der beim gleichen Panel entsprechend niedriger ausfällt. Beide Messungen können korrekt sein und verwenden dieselbe Einheit – sie beantworten jedoch unterschiedliche Fragen. Wenn nicht angegeben ist, worauf sich der Wert genau bezieht, bleibt nur eine Vermutung.
Auch das verwendete Messgerät spielt eine Rolle. Unterschiedliche Messgeräte können an derselben Position vor demselben Panel unterschiedliche Werte anzeigen. Das macht keinen der Werte automatisch falsch. Vollständig vergleichbar wird eine Angabe erst dann, wenn auch die Messmethode dokumentiert ist:
- welches Messgerät verwendet wurde,
- an welchem Messpunkt gemessen wurde,
- und in welchem Abstand.
Auf den Produktseiten der Bonvida Sync PN500, Chrono PN1000 und Axis PN1500 ist die Bestrahlungsstärke bei einem Abstand von 15 cm angegeben. Bei diesen Werten handelt es sich um Hersteller- oder Katalogangaben. Die dazugehörige Messmethode ergänzen wir, sobald sie uns vorliegt.
Eine vollständige Angabe zur Bestrahlungsstärke nennt drei Dinge:
- den Wert in mW/cm²,
- den Abstand, bei dem gemessen wurde,
- die Messmethode: Messgerät und Messpunkt.
Wenn Sie eine Angabe zur Bestrahlungsstärke sehen, achten Sie deshalb zuerst auf den Abstand. Ohne ihn lässt sich der Wert nicht sinnvoll mit anderen Angaben vergleichen. Ist der Abstand genannt, wissen Sie, welcher Wert für dieses Panel bei genau dieser Entfernung angegeben wird. Wenn zwei Werte darüber hinaus mit derselben dokumentierten Messmethode ermittelt wurden, erhalten Sie schliesslich das, was die Einheit auf den ersten Blick zu versprechen scheint: zwei Werte, die sich tatsächlich direkt miteinander vergleichen lassen.