Das LED-Panel ist nicht die Wärmelampe

Viele Kunden fragen uns dasselbe: ob das neue Panel kaputt sei. Sie haben ein Rotlicht-LED-Panel eingeschaltet, die Hand davor gehalten und festgestellt, dass es auch nach ein oder zwei Minuten nur leicht warm ist. Der naheliegende Schluss: Mit dem Gerät stimmt etwas nicht. Meistens ist es nicht kaputt. Die Erwartung starker Wärme kommt von einem anderen Gerät: der klassischen Wärmelampe, die in vielen Haushalten seit Jahrzehnten steht. Diese Lampe hat geprägt, wie sich «Infrarot» für die meisten von uns anfühlen soll.

Beide unter «Infrarot»

Die Verwechslung beginnt beim Wort. Im Alltag umfasst «Infrarot» beide Geräte, und Läden führen LED-Panels und Wärmelampen oft nebeneinander unter demselben Begriff. Die beiden nutzen Infrarot auf sehr unterschiedliche Weise.

Die Wärmelampe

Eine klassische Wärmelampe arbeitet mit einer Glühbirne, die heiss glüht. Sie erzeugt infrarotes Licht über einen breiten, durchgehenden Wellenlängenbereich – nicht nur bei einigen wenigen, eng begrenzten Wellenlängen. Viel von dem, was die Lampe abgibt, ist als Wärme spürbar. Deshalb merkt man sie innerhalb weniger Sekunden auf der Haut. Genau das ist der Sinn des Geräts. Man richtet es aus der Nähe auf eine Körperstelle, und die Wärme selbst sagt, dass es arbeitet. Bleibt genau diese Lampe kalt, ist wirklich etwas defekt. In den meisten Fällen ist es die Glühbirne.

Das LED-Panel

Ein Rotlicht-LED-Panel folgt einem anderen Prinzip. Statt eines breiten, warmen Spektrums sendet es Licht bei wenigen, eng begrenzten Wellenlängen aus. In der Regel gibt es rotes Licht, das man sieht, und oft auch nahes Infrarot, das man nicht sieht, abgesehen von einem schwachen Schimmer, den manche bemerken. Wie viele Wellenlängen ein Panel nutzt, variiert. Manche arbeiten mit einer einzigen Wellenlänge, andere kombinieren mehrere rote und nahinfrarote Wellenlängen in einem Gerät. Nennt der Hersteller sie, stehen sie als Angaben in Nanometern.

Unabhängig davon, welche Wellenlängen ein Panel nutzt, ist die spürbare Wärme meist geringer als bei einer Wärmelampe. Manche spüren auf der Haut eine leichte Wärme, und das Gehäuse selbst kann etwas warm werden. Das ist kein Defekt. Es ist ein anderes Gerät, vor dem man sitzt oder steht.

Dasselbe rote Leuchten

Was die beiden so leicht verwechseln lässt: Sie können ähnlich aussehen. Viele Wärmelampen haben eine rot getönte Glühbirne. Im dunklen Zimmer leuchten beide Geräte ähnlich rot. «Rotlicht» beschreibt dann das Aussehen beider und sagt nichts über das sehr unterschiedliche Licht dahinter. Die falsche Erwartung kann in beide Richtungen gehen: ein LED-Panel, das man wegen sofortiger Wärme kauft, oder eine Wärmelampe, mit der man dasselbe erwartet wie von einem LED-Panel. Eine Wärmelampe ist nicht einfach ein heisseres LED-Panel.

Glühbirne oder Nanometer

Am zuverlässigsten lassen sich die beiden anhand der Produktbeschreibung unterscheiden. Eine Wärmelampe erkennt man an der Glühbirne: welche Ersatzbirne sie braucht, in welche Fassung sie passt und welche Wärme sie erzeugt. Ein LED-Panel erkennt man am Licht: bestimmte Wellenlängen in Nanometern, sofern der Hersteller sie angibt, und meist ein Abstand für die Nutzung. Viele Panels nennen zudem eine Bestrahlungsstärke in mW/cm². Diese Zahl ist nur zusammen mit diesem Abstand aussagekräftig. Wie man solche Angaben liest, steht auf der Seite Bestrahlungsstärke verstehen.

  • Nennt die Beschreibung bestimmte Wellenlängen wie 660 nm und 850 nm und dazu einen Nutzungsabstand, haben Sie es wahrscheinlich mit einem LED-Panel zu tun.
  • Nennt sie eine Ersatzbirne und eine Fassung oder Wärme in wenigen Sekunden als Hauptfunktion, haben Sie eine Wärmelampe vor sich.

Die Tageslichtlampe

Es gibt noch ein drittes Gerät, das oft neben den beiden steht und zu keinem von beiden gehört: die Tageslichtlampe, auch als Bright-Light-Gerät angeboten. Man sitzt in ihrer Nähe und liest oder arbeitet, in sehr hellem, sichtbarem Licht auf Augenhöhe. Ihr Licht ist sichtbar und nicht infrarot. Die zentrale Angabe ist die Beleuchtungsstärke in Lux, und auch diese ist nur zusammen mit dem Abstand aussagekräftig, für den sie angegeben wird.

Wenn Sie also ein LED-Panel einschalten und es nicht heiss wird wie die Wärmelampe, haben Sie meistens kein kaputtes Gerät. Diese Erwartung gehört zur Wärmelampe. Was wie ein Defekt aussah, ist schlicht das normale Verhalten eines Rotlicht-LED-Panels.